Sonntag, 10. April 2016

#16 - Cork & Kinsale


Seit dem 03. April bin ich nun wieder in Dublin und mir wird immer bewusster, dass mir eigentlich gar nicht mehr allzu viel Zeit hier in Dublin bleibt. Noch acht Wochen und dann heißt schon wieder Abschied nehmen! Zwei von neun Monaten. Wahnsinn wie die Zeit rennt! Dabei gibt es doch noch so viel was ich machen möchte! Und so stürzen wir uns direkt in die Planung unseres nächsten Wochenendtrips: Cork City. Die zweitgrößte Stadt Irlands, nach Dublin. Zusammen mit Ronja, Pauline, Theresa und Leonie fahre ich also Samstag Morgen circa drei Stunden mit dem Bus gen Süden.

 

Meine Gastmama hatte uns empfohlen unbedingt von Cork aus an die Küste zu fahren. So fuhren wir direkt Samstag Nachmittag noch in das Hafenstädtchen Kinsale, was ca. 45min Busfahrt südlich von Cork liegt. Und uns wurde nicht zu viel versprochen. Mit all seinen Farben ist die Stadt einfach super süß und wir sind allesamt begeistert und knipsen zahlreiche Fotos.




Der Sonntag ist vergleichsweise leider weniger schön: es regnet ununterbrochen und sogar ganze Teile Corks sind überschwemmt. So machen wir uns nach dem Besuch des Cork City Gaols, einem ehemaligen Gefängnisses, schnell wieder auf den Weg zurück nach Dublin. Gut, dass hier den ganzen Tag die Sonne geschienen hat...

 
 

Sonntag, 3. April 2016

#15 - Hamburg - Barcelona - Dublin

Mein März war ordentlich aufregend, das kann man nicht anders sagen. Direkt nachm St Patrick's Day stieg ich in den Flieger nach Hamburg. Eigentlich war mein Plan ja anders. Eigentlich habe ich mich Weihnachten so von allen verabschiedet, dass wir uns im Juni wiedersehen. Eigentlich hatte ich nicht vor über Ostern nachhause zu fliegen. Aber hey wie sagt man? Das einzige was im Leben gewiss ist, ist dass nichts gewiss ist? Und so kamen verschiedenste Gründe zusammen, die dafür sorgten, dass ich relativ spontan Flugtickets nachhause buchte. Der größte Spaß war aber, dass ich kaum jemandem davon erzählt hatte. Also stand ich an besagtem Samstag bei nichtsahnenden Freunden vor der Tür. Die Reaktionen waren wirklich unbezahlbar! 
Ich habe mich so wahnsinnig gefreut Freunde und Familie wiederzusehen und Ostern gemeinsam zu verbringen, das hat mir wirklich viel gegeben. Ryan Air machts möglich. Weil die direkten Rückflüge von Hamburg nach Dublin wesentlich teurer waren, hab ich mir also überlegt: Warum nicht einfach noch über eine andere Stadt fliegen? Im Kopf habe ich Barcelona. Wo die liebe Alessa momentan lebt und arbeitet und mich tollerweise für ein verlängertes Wochenende bei sich aufnimmt! Ich liebe den Gedanken, dass ich Freunde in so vielen Ländern überall auf der Welt verstreut habe. Auch wenn ich euch alle natürlich wahnsinnig vermisse. Und glaubt mir, am liebsten hätte ich auch noch Kanada, Neuseeland etc mitgenommen. Aber so viel verdient man als AuPair dann leider doch nicht...


Ich hatte schon von allen Seiten gehört wie wahnsinnig toll Barcelona sein soll. Und was soll ich sagen, ich bin trotz riesenhoher Erwartungen nicht enttäuscht worden!

Am ersten Tag erkunde ich auf eigene Faust, den Koffer hinter mir herziehend das Stadtzentrum.
Vom Plaza Catalunya, die La Rambla hinunter laufend, durch die Markthalle La Boqueria schlendernd, bis hinunter zum Hafen. Dort lasse ich mir noch einen Moment die Sonne ins Gesicht scheinen bevor ich mich auf den Weg zu Alessas Gastfamilie mache, die in einem Vorort von Barcelona wohnt. Und sobald ich auch schon in ihre Straße abbiege, sehe ich sie auf mich zulaufen. Ein wirklich filmreifer Moment.

An Tag zwei verließ mich leider das Wetter-Glück. Es regnete den ganzen Tag in Strömen. Genau heute hatte ich mich für eine Walking-Tour durch das Gotische Viertel und Einführung in die Architektur Gaudis angemeldet. Die Tour war nichtsdestotrotz herrvoragend! Auch wenn ich das Gefühl hatte, das ganze Wochenende nicht mehr trocken zu werden und ich mir die Füße blasig gelaufen habe. Aber das hält uns nicht davon ab abends ordentlich feiern zu gehen. Direkt am Strand. Ein Traum!


Tag drei hat Alessa komplett frei und die Müdigkeit kann unserer guten Laune kein bisschen abtun. Sie möchte mir ihre zwei liebsten Aussichtspunkte auf Barcelona zeigen. Den einen bei Tag, den anderen erst nach dem Tapas essen. Worte und Fotos können nicht ansatzweise die Schönheit beschreiben.






Vielen Dank für Alles!

Carolin

Donnerstag, 17. März 2016

#14 - St. Patrick's Day

17. März in Dublin - irischer als heute geht es kaum!
Der St. Patrick's Day ist ein offizieller Feiertag in Irland und es werden stolz die Traditionen und Kultur des Landes gefeiert. Zurückzuführen ist das Ganze auf den Heiligen Saint Patrick, der am 17. März 461 gestorben sein soll und als erster christlicher Missionär Irlands gilt. Er soll mit 16 Jahren durch Sklavenhändler von Wales oder Schottland nach Nordirland verschleppt worden sein. In der dortigen Einsamkeit wandte er sich wohl dem Christentum zu. Als es ihm schließlich geling zu fliehen ließ er sich als Priester ausbilden und kehrte erst viele Jahre später wieder nach Irland zurück. Seine Mission: die Bekehrung der irischen Kelten. So erklärte er zum Beispiel die Dreifaltigkeit des christlichen Glaubens anhand des dreiblättrigen Kleeblattes (Shamrock), was bis heute als irisches Nationalsymbol gilt. Außerdem ist Saint Patrick für die Befreiung der irischen Insel von Schlangen bekannt. Der Legende nach habe er diese bei einer Predigt auf einem Berg mit seinem Bischofsstab von der Insel vertrieben. Ob es jemals Schlangen in Irland gegeben hat ist allerdings fraglich...
Heute hat wirkt der Nationalfeiertag weniger religiös und familiär geprägt. Irische Emigranten nahmen die Traditionen des Saint Patrick's Day im 18 Jahrhundert mit nach Amerika, wo der katholische Gedenktag im Laufe der Jahrzente zum Partyevent wurde. 
In Dublin findet alljährlich das St.Patrick's Day-Festival statt, das ich zusammen mit Theresa, Miriam und Louisa besucht habe. Theresas Gastmutter konnte uns sogar VIP-Bänder besorgen, wodurch wir uns relativ gute Sichtplätze auf die Dubliner St.Patricks-Day-Parade erkämpfen konnten. Durch die O'Connell Street im Stadtzentrum fuhren die bunt geschmücktesten und künstlerischsten Wägen, dazwischen lief irisches Militär, zahlreiche Spielmannszüge und Cheerleader, lustigerweise hauptsächlich amerikanisch... Im Großen und ganzen wohl am ehesten vergleichbar mit einem deutschen Karneval.

St-Paddys bedeutet für die meisten jede Menge irisches Essen, Getränke und Musik. Wo man auch hinguckt, sieht man grün. Schon Tage vorher verkaufen Straßenhändler an Touris zahlreiche Hüte, Strümpfe, Flaggen und was das Herz sonst so begehrt.



Wir haben Dublin noch nie sooo voll gesehen. Alle Menschen angezogen in grün, weiß und orange. Und auch die Parade war farbenfroh. Laut meiner Gastmutter würden die meisten einheimischen das Stadtzentrum meiden und eher aufs Land hinaus flüchten. Der St. Patrick's Day sei für die meisten lediglich ein Grund sich übermäßig zu besaufen...
Jeden Tag werden auf der Welt 5,5 Millionen Gläser Guinness getrunken. Am St. Patrick’s Day steigt diese Zahl auf 13 Millionen.

In diesem Sinne: Sláinte und bis bald,
Carolin

Montag, 15. Februar 2016

#13 - Liverpool und die Beatles (Part 2)

Unsere 1,5 Tage in Manchester waren wirklich schön, aber als Theresa und ich an diesem Sonntagnachmittag aus dem Bus stiegen, war unser erster Eindruck von Liverpool einfach nur überwältigend! Vielleicht war es der strahlend blaue Himmel und Sonnenschein, vielleicht war es die wunderschöne, alte Architektur oder die Schiffe und der Hafen. Aber irgendwie fühlte ich mich hier auf Anhieb wohl und stellte faszinierenderweise fest, wie sehr mich diese Stadt an Hamburg erinnerte! 



















Als allererstes schlenderten wir durch das Hafenviertel und dem Albert Dock (meiner Meinung nach eine Mischung aus Hamburgs Speicherstadt und Hafencity...!), wo wir uns bei Cappuccino und Tee in die Sonne setzten. Danach machten wir uns auf, unser Hostel zu suchen, was diesmal wesentlich unkomplizierter ging, als noch am Tag zuvor. In unserem Zimmer waren noch ein Kerl aus Zypern und eine Australiern, mit der wir uns direkt verabredet hatten, am nächsten Tag zusammen ins Beatles Museum zu gehen.
Denn falls ihr es nicht wusstest: die Beatles kamen allesamt aus Liverpool und sind, obwohl sie natürlich schon seit Jahrzehnten getrennte Wege gehen, mit einer der größten Touristenattraktionen Liverpools. 
Egal wo man hinschaut, wird man von Bannern und Schildern darauf aufmerksam gemacht, welcher Beatle wo gelebt hatte, in welchem Club sie regelmäßig aufgetreten waren ("The Cavern Club"), man findet die "Penny Lane", die "Abbey Road", Eleanor Rigby auf einer Bank kauernd und ein großes gelbes U-Boot im Hafen stehen. Besonders gut war auch der "Fabulous 4 - Dönerladen". Und auch das Beatles Museum war wahnsinnig gut gemacht und sehr interessant! Ich hab fleißig Fotos gemacht, wenn ihr draufdrückt könnt ihr sie euch auch in größer angucken ;)

 

Ein weiteres Highlight meiner Reise, war die kostenlose "Walking-Tour", die wir mitgemacht haben und dessen Werbung wir in unserem Hostel gefunden hatten. Volle drei Stunden lang, sind wir mit einer Gruppe von circa 15 Leuten und unserem Tour-Guide Portia, einer englischen Geschichtsstudentin, bei tollstem Wetter durch Liverpool gelaufen. Dabei haben wir so ziemlich alle Sightseeing-Attraktionen abgeklappert, aber Portia hatte auch alle möglichen Insider-Stories parat. So erzählte sie uns zum Beispiel vor der St. Georges Hall, Liverpools imposantes Standesamt, in ihrer coolen und lustigen Art von einem Pärchen, was hier 2012 heiraten wollte:
Die ganze Feier hatten sie schon organisiert: Einladungen, Catering, Musik etc. Die einzige Aufgabe, die der Bräutigam hatte, war, einen Termin in der St. Georges Hall zu buchen. So kam es zum Tag der Trauung und eben diesem fiel plötzlich ein, dass er genau das vergessen hatte! Anstatt nun anzurufen, nach einem spontanen Termin zu fragen, extra Geld anzubieten o.Ä., rief besagter Bräutigam nun in der St. George's Hall an und gab durch, dass es an diesem Nachmittag einen Bombenanschlag geben würde! Seine Logik: das Gebäude würde evakuiert, sie könnten sich reinschleichen, heireiten und wären wieder draußen noch bevor die Beamten oder seine Frau irgendwas merken würden... So kamen also die ganzen Hochzeitsgäste und direkt danach Liverpools Polizei, Feuerwehr, Militär, zahlreiche evakuierte Häuser etc etc. Das Ende der Geschichte? Kosten von mehreren Millionen Pfund für Liverpool, eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren für den Bräutigam und die Trennung des Pärchens...

Am Ende darf dann jeder so viel Trinkgeld geben wie er meint, dass es Wert gewesen sei. Echt sehr weiter empfehlenswert und ich habe mir definitv vorgenommen so etwas öfter mal zu machen. Mal schauen, in welcher Stadt ich als nächstes die Gelegenheit bekomme...

Liebe Grüße,
Carolin